reflections

Das Nachtleben der Musik

Es war freitag Abend 19.30
und ich fing langsam an mich für das Nachtleben fertig zu machen. Das typische Prozedere. Zuerst eine Stunde in der Badewanne sich noch einmal die Woche durch den Kopf gehen lassen. Anschließend sich irgendwie aus den Fängen des Schaumberges befreien und im Bademantel die letzte Zigarette in der Wohnung rauchen. Die passenden Stiefel, die Hose, das dazu passende Top, und die Frisur wurden natürlich schon anfang der Woche geplant und alles notwendige dafür rausgelegt.

Es ist 22.30
Ich macht mich also langsam auf den Weg. Auf den Weg durch die Nacht. Zwischen menschlichen Gestalten, die sich einander so unbekannt sind, dass sie sich nicht eines Blickes würdigen. Ausnahme besteht, wenn sie sich durch den Promillekreislauf verbunden fühlen und sich zu kleinen, aber groß peinlichen, Gruppen zusammenfinden.
Ich stieg in die U-Bahn, die elektronische Musik ging durch das Ohr, direkt ins Herz. Das Herzrasen wurde schneller und ich freute mich auf den Club. Ich stieg einmal um und anschließend aus. Ich war da. Ich lies die Kopfhörer drin, ging in den Club. Ein nettes Lächeln am Eingang, ein freundliches "Hallo" und ein Streichler über den Arm. -muss wohl so normal sein, wenn man sich nicht kennt-
Ich ging an die Bar und trank 3 Gläser Wein. Anschließend ging ich auf die Tanzfläche, nahm meine Ohrstöpsel raus, schloss die Augen, breitete die Arme aus und lies die Musik das übrige erledigen.. Ich tanzte die Nacht durch. Dachte über nichts nach. Dachte nicht an gestern, nicht an heute und schon gar nicht an morgen. Ich war einfach jetzt und hier. Ich war da und doch nicht wirklich ich.
Aber das wichtigste war, dass es mir dabei gut ging.

Es war 7.00
Die Nacht war vorbei. Ich ging aus dem Club. Noch auf der Tanzfläche schaltete ich die Musik auf meinem Iphone so laut es ging, nahm mir die Ohrstöpsek und ging hinaus. Draußen erwartete mich -nichts. Keine Menschenseele, nur Vögel, denen ich nicht zuhören wollte, weil die Musik noch immer mein Herz berührte. Als ging ich durch den Tag nach hause. Setzte mich noch kurz vor meine Haustür. Hörte das Lied zu ende. Atmete tief ein, stand auf und ging ins Bett. Im Bett liegend dachte ich wieder an gestern, an heute und an morgen.

Die neue Woche beginnt und ich freue mich schon auf das nächste Nachtleben mit der Musik.

9.8.11 12:03

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